FRAGEN & ANTWORTEN

In unseren Ausbildungen kommen oftmals Fragen auf, die anfangs sehr individuell scheinen, sich aber oft als fast universell entpuppen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, einige dieser Fragen in leicht abgeänderter Form hier zugänglich zu machen. Wir ergänzen sie in Abhängigkeit von der Frequenz neuer Fragen.

UNSTIMMIGKEITEN IN DEN VEDEN

Es ist zu lesen, dass das  Sama Veda sich mit göttlichem Klang und somit den Mantren beschäftigt. Darüber hinaus wird aber ausgeführt, das jedes Veda in 4 Kernabschnitte unterteilt werden kann, die Veda Samhitas, Brahmanas etc., die sich ihrerseits aber mit viel mehr als nur göttlichem Klang und somit den Mantren beschäftigen. Das verstehe ich nicht, dann ist doch die erste „Definition“ z.B. der Sama Veda nicht richtig bzw. unvollständig.

Das ist so gesehen auch vollkommen richtig. Die einzelnen Veden erhielten ihre Namen von den ursprünglichen von den vier Arten der Prieserschaft (Hotri=Oberpriester, Saman (Priester der Mantren und Anrufungen), Yajurvan (Priester für die Zeremionien) und Atharvan (Priester der Rituale, welche erst später hinzukamen). Für die jeweilige Art des Priesters wurden in den ihnen zugeordneten Mantrensammlungen (Samhitas = Sammlungen) die für sie wichtigen Mantren und Riten aufgeschrieben. Somit sind diese 4 ersten Teile der Veden auch die, welche den daraus entstandenen Sammlungen von Texten im Nachhinein ihren Namen gaben. Die Brahmanas sind danach die Ergänzungen und Erläuterungen zu den Samhitas (welche sich auf die einzelnen Priester und deren Aufgabenbereiche beziehen) und die Aranyakas und die Upanishaden kommen geschichtlich betrachtet erst einige Hundert Jahre später. Sie beschäftigen sich überhaupt nicht mehr mit den Inhalten der Samhitas sondern mit dem Verhältnis zwischen Atman und Brahman, also dem Grund, warum wir hier sind und wohin wir gehen – sie stellen somit den eigentlichen philosophischen Kern der Veden dar. Aus diesem Grund enthalten die Veden natürlich in ihrer Gesamtheit weitaus mehr als die ihnen ursprünglich gegebenen Namen vermuten lassen.

HAT PATANJALI BEI BUDDHA ABGESCHRIEBEN

Da Patanjali auf Buddha aufbaut, ließe sich daraus folgern, dass Yoga nicht die Idee eines Einzelnen war. Das klingt für mich wie ein Widerspruch, denn es legt doch nahe, dass Patanjali bei Buddha „abgeschrieben“ haben könnte, denn Buddhas Lehren waren ja zeitlich weit vor Patanjali entwickelt und niedergelegt worden.

Sicherlich haben sich die Lehren des Yoga eine lange Zeit neben der Entwicklung des Buddhismus entwickelt. Buddha hätte seine Lehren nicht auf diese Weise verbreiten können, hätte es nicht bereits ein gesellschaftliches Umdenken gegeben. Allerdings sind die Aussagen Patanjalis zum großen Teil eindeutig buddhistischen Ursprungs. Ob er wirklich abgeschrieben hat, wage ich nicht zu sagen, denke aber, dass es sich bei ihm vielmehr um Interpretationen buddhistischen Gedankenguts handelt. Bei beiden – Buddga wie später auch Patanjali muss es zu ihrer jeweiligen Zeit ähnlich denkende Mitmenschen gegeben haben, die einen ähnlichen weg verfolgten und ähnliche Gedanken hatten. Zu Patanjalis Zeiten sicherlich noch mehr, da durch Buddhas Lehrreden ein starkes Fundament gelegt worden war. Somit flossen in Patanjalis Schrift buddhistische Gedanken, seine eigenen Interpretationen und schamanisch geprägtes, tantrisches Gedankengut ein, welches später wiederum den Hatha Yoga prägte.

WAUM SOLLEN WIR KEIN KARMA ERZEUGEN

Da Patanjali auf Buddha aufbaut, ließe sich daraus folgern, dass Yoga nicht die Idee eines Einzelnen war. Das klingt für mich wie ein Widerspruch, denn es legt doch nahe, dass Patanjali bei Buddha „abgeschrieben“ haben könnte, denn Buddhas Lehren waren ja zeitlich weit vor Patanjali entwickelt und niedergelegt worden.

Sicherlich haben sich die Lehren des Yoga eine lange Zeit neben der Entwicklung des Buddhismus entwickelt. Buddha hätte seine Lehren nicht auf diese Weise verbreiten können, hätte es nicht bereits ein gesellschaftliches Umdenken gegeben. Allerdings sind die Aussagen Patanjalis zum großen Teil eindeutig buddhistischen Ursprungs. Ob er wirklich abgeschrieben hat, wage ich nicht zu sagen, denke aber, dass es sich bei ihm vielmehr um Interpretationen buddhistischen Gedankenguts handelt. Bei beiden – Buddga wie später auch Patanjali muss es zu ihrer jeweiligen Zeit ähnlich denkende Mitmenschen gegeben haben, die einen ähnlichen weg verfolgten und ähnliche Gedanken hatten. Zu Patanjalis Zeiten sicherlich noch mehr, da durch Buddhas Lehrreden ein starkes Fundament gelegt worden war. Somit flossen in Patanjalis Schrift buddhistische Gedanken, seine eigenen Interpretationen und schamanisch geprägtes, tantrisches Gedankengut ein, welches später wiederum den Hatha Yoga prägte.

TRIMURTI UND GUNAS

Die Trimurti beschreibt, welcher Gott, welche der drei Grund-Eigenschaft (Gunas) hat und dann ist zu lesen, dass außerhalb der Trimurti, jeder Gott alle drei Eigenschaften in sich vereint. Was bedeutet denn nochmal „außerhalb“?

Die Trimurti steht für die drei Gunas. Alle drei Hauptgötter nebeneinander vereinen damit auch alle drei Grundeigenschaften: Rajas, Sattva und Tamas. Jeder einzelne Gott aber vereint auch wieder alle Aspekte in sich. Ausserhalb der Trimurti heißt, wenn sie alleine auftreten. In den Shiva-Puranas beispielsweise steht Shiva als Akteur stets für alle drei Eigenschaften.

WERDEN WIR DURCH DIE ERLEUCHTUNG ZU GÖTTERN

Wenn Atman=Brahman=Wesensidentität ist, d.h. „alles quasi eins wird“ und die Ur-Götter Vishnu und Shiva als Sichtbarwerdung der Weltenseele (Brahman) gelten, heißt dies dann, das, wenn wir Erleuchtung erfahren würden, uns mit den Göttern verbinden und somit selbst zu Göttern werden?

Nein, die Götter sind lediglich einer von vielen Möglichkeiten des Brahmans sich auszudrücken. Wir sind es genauso, die Tiere und was alles so  und fleucht. Die Götter sind in Indien lediglich in eine Art andere Sphäre hineingeboren, um zu symbolisieren, dass das Leid aus der Anhaftung und der Unwissenheit eine universelle Tatsache ist. Wachen wir aus unserem Traum auf, sehen wir einfach nur auf unsere eigene Wesenheit, ohne uns mit irgendwelchen Götter zu verbinden. Wir sind uns dann lediglich unserer eigenen geistigen Unbegrenztheit bewusst und nach Hinduglaube eins mit Brahman.

WO LIEGT DER GRUNDLIEGENDE UNTERSCHIED ZWISCHEN BUDDHISMUS UND HINDUISMUS

Die Trimurti beschreibt, welcher Gott, welche der drei Grund-Eigenschaft (Gunas) hat und dann ist zu lesen, dass außerhalb der Trimurti, jeder Gott alle drei Eigenschaften in sich vereint. Was bedeutet denn nochmal „außerhalb“?

Die Trimurti steht für die drei Gunas. Alle drei Hauptgötter nebeneinander vereinen damit auch alle drei Grundeigenschaften: Rajas, Sattva und Tamas. Jeder einzelne Gott aber vereint auch wieder alle Aspekte in sich. Ausserhalb der Trimurti heißt, wenn sie alleine auftreten. In den Shiva-Puranas beispielsweise steht Shiva als Akteur stets für alle drei Eigenschaften.

WIE IST DER BEGRIFF DES „RECHTEN LEBENSERWERBS“ IN BUDDHAS LEHRREDEN IN DER MODERNE ZU VERSTEHEN

Das Wort Lebenserwerb bezieht sich für unser Verständnis eher auf unsere Verhaltensmuster, die letzlich unsere Art und Weise das Leben anzugehen ausmachen.

Der edle 8-fache Pfad Buddhas basiert sagt zunächst folgendes aus:

  • Rechte Erkenntnis (Wir sehen durch Kontemplation und Reflexion die Dinge in ihrer wahren Form)
  • Rechte Gesinnung (Daraus entwickelt sich eine friedvolle innere Absicht)
  • Rechte Rede (Diese Absicht formt unsere Worte)
  • Rechtes Handeln (Worte werden zu unseren Handlungen)
  • Rechter Lebenserwerb

Der „rechte Lebenserwerb“ bezieht sich nun auf die Tatsache, dass die oben erwähnten Handlungen, insofern wir dauerhaft unser Tun überprüfen und auf „richtige“ innere Absichten stützen, zur Gewohnheit oder zu Handlungsmustern werden. Diese Gewohnheiten oder Handlungsmuster (also gut funktionierende, heilsame und wohlmeinende Programme in unserem Denken) meint Buddha auf unsere heutige Zeit bezogen, wenn er den Begriff „Lebenserwerb“ nutzt.

ISHVARA PRANIDHANA

Man kann lesen, dass der Begriff „Ishvara“ sich auf einen persönlichen Gott bezieht. Somit hat er einen konkreten Namen und eventuell auch eine Form. Bedeutet dies, dass wir uns einen persönlichen Gott „suchen“ sollen und wir diesem einen Namen geben sollen (Thema: Wie würde dieser in jener Situation handeln?)?

Theoretisch ja, praktisch nein. Wenn wir atheistisch aufgewachsen sind, macht es überhaupt keinen Sinn so etwas zu tun. Allerdings können wir uns ein eigenes Idealbild von einem möglichen Menschen schaffen, der in einer vergleichbaren Situation einfach anders handeln würde. Es kann gerne die Vorstellung der eigenen Person in vollkommendem Zustand sein. Die Buddhisten nennen das die „eigene Buddha-Natur entdecken“.

INTERESSANTE UND NICHT INTERESSANTE PRANAYAMAS

Warum sind einige Pranayama-Übungen heute nicht mehr interessant, bzw. werde nicht mehr praktiziert? Wieso können wir heute nicht mehr das durchführen, was die Menschen damals durchführten?

Körperlich können wir natürlich alle Übungen durchführen, die damals auch praktiziert wurden. Allerdings spricht beispielsweise Svatmarama in der Hatha Yoga Pradipika davon, täglich (wenn man es umrechnet) bis zu 10 Stunden zu praktizieren. Er praktiziert vor Sonnenaufgang, immer wieder in bestimmten Abständen und hört tief in der Nacht auf. Sicherlich sind solche Praktiken mit einem modernen Leben schwer zu vereinbaren. Weiter machen vor allem die Kryas (Reinigungsübungen) für heutige Menschen im Zeitalter der Hygiene und modernen Medizin teilweise keinen Sinn mehr und werden aus diesem Grund nicht mehr praktiziert. Aus diesem Grund verlieren sich auch einige explizite Anweisungen in den Überlieferungen – sie werden zwar noch benannt, aber keiner weiß mehr, wie sie wirklich ausgeführt werden sollen.

KAPALABHATI

Soll man Kapalabhati mehrmals hintereinander üben, wenn ja wie oft?

Du kannst Kapalabhati gerne in mehreren Runden hintereinander ausführen. Üblich sind drei Runden hintereinander. Jede Runde sollte maximal so lange dauern wie sie:

  • angenehm bleibt und der Bauch sich nicht verspannt
  • es zu keinen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel kommt

IN WELCHER REIHENFOLGE KANN MAN KABBALABHATI, ABZLOMA VILOMA UND MEDITATION AM BESTEN ÜBEN

Kabbalabhati ist ein aktivierendes Pranayama, bzw. zur Zeit noch mehr ein Krya (Reinigungstechnik). Anuloma Viloma ist ein beruhigendes und ausgleichendes Pranayama. Aus diesem Grund beginnt man stets mit Kabbalabhati, macht dann die Meditation oder die Yogapraxis und beendet das Ganze mit Anuloma Viloma. Hat man hierzu nicht die Zeit, eignet sich die Wechselatmung auch direkt im Anschluss an Kabbalabhati.

MEDITATION

Ich bin des öfteren auch einfach, wie beim Einschlafen „weggenickt“, d.h. körperlich nach vorne/hinten weggefallen und habe mich dann ruckartig abgefangen, hatte aber gar nicht das Gefühl eingeschlafen zu sein, ich fühlte eher wach, war aber irgendwie „weggedriftet“. Weiter hatte ich beim damaligen gemeinsamen Üben „schöne“ klare Gedanken, jetzt beim selbst Üben immer nur Bilder, Fragmente und alles fühlte sich dumpf an.

Die Dumpfheit kommt eventuell davon, dass dir die Angaben von außen fehlen, die das Entstehen von klaren Gedanken im Kopf begünstigen. Das Wegnicken ist in der Tat in beiden Fällen ein kurzer Schlaf, bzw. Müdigkeit. Du kannst den Atem eventuell einfach ein wenig aktiver werden lassen, um besser an ihm dranzubleiben. Ansonsten braucht der Körper diesen Schlaf vielleicht auch gerade. Manchmal kann man auch einfach die Zeit für die Meditation verlegen. Früher oder später kann Wunder wirken. Klare Gedanken, bzw. Klarheit für den Atem geht immer einher mit einem wachen Geisteszustand.

WAS STABILISIERT DEN KÖRPER IN DER MEDITATION

also, der Grund warum unser Körper nicht umfällt ist ein wenig komplexer. Die Stabilität des Körpers wird durch die Muskulatur zu beiden Seiten des Körpers, also vorne/hinten und rechts/links gegenseitig „eingependelt“. So erfolgt die eigentliche Fixierung über Reflexe, die mit erlernten Programmen in unserem Kopf gekoppelt werden. Dabei misst das Gleichgewichtsorgan durch die Bewegungen unseres Körpers ähnlich einer Wasserwaage die jeweils aktuelle Lage des Kopfes. Ändert sich diese, wird die entsprechende Lageveränderung an die Großhirnrinde weitergegeben, die das entsprechende Programm für die Muskulatur auf der Vorder- und Rückseite der Wirbelsäule aktiviert. Allerdings haben diese Impulse auch einen direkten Einfluss auf Deine Konzentration während der Meditation. Man muss schon wirklich tief in die Meditation versunken sein, um diese Impulse nicht mehr wahrzunehmen. Du hast sicherlich bemerkt, dass Du immer einmal wieder nach vorne und hinten ausweichst; dann sind das genau jene Phasen, in denen Dein Körper eine besonders große, bzw. starke Ausgleichsbewegung ausführen musste, da Du ansonsten wirklich umfallen würdest.

ICH FÜHLE MANCHMAL IM PRANAYAMA BEKLEMMUNGEN UND SOGAR ATEMNOT

Pranayama-Übungen sind wirklich sehr subtil. Man ist nicht jeden Tag in der gleichen Verfassung; weder körperlich, noch geistig. Oftmals gibt es Probleme im Pranayama, wenn man zu viel Stress hat, zu wenig Schlaf bekommt, zu viel oder zu wenig gegessen hat, zu wenig getrunken, zu viel Kaffee, etc… Bei Frauen spielen auch wegen des Blutverlustes die Menstruationen eine oft erhebliche Rolle.

Wichtig ist, zu wissen, dass diese Dinge oft passieren und durchaus normal sind – es aber bedeutet, die Praxis entsprechend zu reduzieren und zu vereinfachen. Wann immer Angstgefühle oder Atemnot aufkommen sollten, zwei grundlegende Dinge:

  1. Immer aus dem Pranayama rausgehen und ruhig weiteratmen…
  2. Augen auf!

Du wirst merken, dass wenn Du nicht täglich versuchst den Rhythmus zu erweitern, die Probleme am nächsten Tag meisten schon vorbei sind. Sollte man zu schnell voranschreiten und in einer Übung über die eigenen Grenzen hinausgehen, kann es mal bis zu drei Tagen dauern, bis sich das System wieder erholt. In diesem Fall lässt man für diesen Zeitraum die Pranayama-Übung vollkommen und meditiert nur.

PRAXIS BEI ERKÄLTUNGEN

Macht es Sinn während oder beim Ausklingen einer Erkältung mit Pranayama zu arbeiten?

Du solltest die Erkältung erst anklingen lassen und lediglich bis dahin eine ganz leichte Praxis machen. Schwitzen bei der Praxis ist förderlich aber keine größere Anstrengung. Die Pranayamas solltest Du auch nur machen, wenn es die dabei gut geht. In der Regel funktioniert aber Kabbalabhati gut und öffnet die Atemwege sodass eventuell sogar die Wechselatmung funktioniert. Wenn die Nebenhöhlen zu sind oder Du schlecht hörst und auch bei Kopfschmerzen grundlegend keine Umkehrpositionen… Ansonsten geht alles…