Mantren

auf dieser Seite sind einige der gängigsten Mantren mit einer sinngemäßen Übersetzung aufgeführt. Wir haben uns ganz bewusst auf eine sinngemäße Übersetzung bemüht, um die Bedeutung der einzelnen Mantren auch verständlich werden zu lassen. Es geht viel mehr um das Erwecken eines inneren Gefühls, um dieses abrufbar zu machen, als um das perfekte Rezitieren alter vedischer Texte. Um trotzdem einen kleinen Eindruck hinsichtlich der Aussprache zu bekommen, finden sich unter den jeweiligen Mantren auch die entsprechenden Audiodateien.

Zum Verständnis

Mantren sind prinzipiell Erinnerungen an in uns ruhenden Ressourcen und Eigenschaften. Wenn wir uns im täglichen Leben in schwierigen Situationen befinden, wissen wir erst danach, wie wir uns hätte besser verhalten können. Wenn wir in einem bestimmten Mantra bestimmte Personen oder gar Götter anrufen, dann rufen wie die Aspekte in uns selbst an, für die diese Personen oder Gottheiten stehen. Üben wir uns beispielsweise in der Entwicklung von Mitgefühl, können wir ein entsprechendes Mantra wie Lokah, Samantha, Sukhino Bhavantu dafür benutzen, da es uns an die Gleichheit und Freiheit, das Glück und die Vollkommenheit aller Lebewesen erinnert. Möchten wir weise und liebend auf Menschen zugehen können, bei denen es uns schwerfällt, können wir ein Mantra über Krishna oder Chaitanya anstimmen, die für die Verwirklichung des liebenden Mitgefühls stehen.

OM

ist das erhabenste Symbol des Hinduismus und zum ersten Mal in den Upanishaden erwähnt. Später wurde Om als die Verbindung der drei Klänge a, u, m zum Objekt mystischer Meditation. Unter anderem symbolisiert es die Triade aus Vishnu, Shiva und Brahma. Es korrespondiert mit den Zuständen des Wachens, des Träumens, des Tiefschlafs und der tiefsten Ruhe. Beim chanten von Om erinnern wir uns an die Verbundenheit zwischen den Wesen, der Ganzheitlichkeit unserer eigenen Existenz und stimmen uns mit Hilfe einer rituellen Handlung auf die eigene Praxis ein.

Om bhūr bhuvah svaha tát savitúr váreniyam
bhárgo devásya dhīmahi dhíyo yó nah pracodáyāt

„Lasst uns über das OM meditieren, aus dem das grobe-Irdische, das feinere-Ätherische, das Himmlische hervorgegangen sind. Lasst uns das höchste Sein Verehren, welches sich auch in der Sonne als schöpferische, Kraft zeigt. Lasst uns über das Licht meditieren, welches Dunkel und Unwissenheit vernichtet. Lass dieses Licht unseren Geist erhellen.“

Das Gayatri Mantra ist eines der ältesten der vedischen Mantren und bezieht sich frei von theistischem Denken auf die schöpferische Kraft, die Welt, das „Alles“, welches uns umgibt und aus dem wir hervorgegangen sind. Letztlich steht es hier wie mit vielen der hinduistischen Mantren. Sie scheinen in erster Linie verscheidenen Göttern zu huldigen, beziehen sich jedoch bei genauerem Betrachten auf die Aspekte und Ressourcen in uns selbst, an die wir uns erinnern sollen, um genau diese für unser tägliches Leben zu entfalten.

Om svasti praja bhyaha pari pala yantam
nya yena margena mahi mahishaha
go brahmanebhyaha shubamastu nityam
lokah samastah sukhino bhavantu
om shanti shanti shanti

„Möge der Wohlstand gepriesen sein. Mögen die, welche die Welt regeln, sie mit dem Gesetz und der Vernunft regeln. Möge das Leben beschützt sein und alle Wesen stets frei und glücklich sein.“

Das Mangala Mantra bezieht sich bei genauem Betrachten auf die Möglichkeit, die Welt durch unser eigenes Handeln zu verändern. Wenn wir in unsere inneren Wahrnehmung verändern, verändern wir unsere Gewohnheiten und unsere Handlungen. Nur dann können wir auch den Beitrag leisten, den wir im Grunde immer leisten wollten.

Om vande gurunam caranaravinde
sandarshita svatma sukha va bodhe
nih sreyase jangalika yamane samsara halahala mohasahantyai
abahu purushakaram shankacakrasi dharinam
sahasra shirasam svetam pranamami Patanjalim om

„Zu seinem Lotusfüßen sitzend bete ich zu dem höchsten Lehrer, der das Wissen lehrt, indem er den Weg aufzeigt zum großen Glücksgefühl; wie der Arzt im Dschungel, löst er das Gift der Unwissenheit unserer wahren Existenz. Vor ihm, Patanjali, verneige ich mich tief, Sohn des Adishesa, von weißer Farbe mit tausend strahlenden Häuptern, hält er das Schwert, das Feuerrad und das Muschelhorn.“

Dies ist die klassische „Danksagung“ an Patanjali, Verfasser des Yoga Sutra und somit Wegbereiter des traditionellen Yoga. Wir verneigen uns vor der gesamten „Linie“ an Lehrern und Weisen, die den Weg des Yoga für uns erkannt und erweitert haben.

Schweigemeditation mit einer kurzen Einführung

um besser „anzukommen“ und einem kleinen Erinnerungsgong in Abständen von ca. 2min.

Alle, die leichter abschalten und in die Meditation hineinkommen möchten können diesen Track gerne nutzen. Die Form der Meditation im Anschluss an die Einleitung bleibt dabei ganz frei!